A3669 Lobisei
Ehemaliger Kommandoposten “Lobisei” A3669 der Grenzbrigade 4. Unterfelswerk als Gebäude mit diversen Räumen (Büros) für Arbeitsplätze und Übermittlung (Telefonzentrale, Funk und Richtstrahl), verschiedenen Schlafräumen, Dusche, Küche, Ess- und Rapporträume, Eigenstromanlage (Dieselgenerator) mit Werkstatt.
Der erste Teil der Anlage wurde während des Zweiten Weltkriegs erstellt, später in verschiedenen Etappen vergrössert und modernisiert

Wissenswertes
Im März 1941 wird an einem Geländepanzerhindernis gebaut, ein Bauunternehmer war bereits engagiert
Offerteingabe für den Bau der Sperrstelle Mümliswil Süd (Toblerone-, Bach- und Strassenhindernis sowie Infanteriewerk) im September 1941
Auftragsvergabe der Baumeisterarbeiten am 30. Oktober 1941 an die Firma Renfer & Wetterwald, Dornach
Baubeginn am 3. November 1941
Abschluss der Baumeisterarbeiten am 15. Februar 1942
Kosten: CHF 26'145.60 für das Infanteriewerk, CHF 15'487.- für das TankhindernisÜbernahme der Sperre durch die Grenzbrigade 4 am 15. April 1942 mit folgender Bunkerbewaffnung: eine 4.7 cm Infanteriekanone 35 und ein 7.5 mm Maschinengewehr 1911, eventuell bereits auf Schartenlafette
Das Hilfsdienst-Tarndetachement 1 Baselland bringt am 1. Juli 1942 die Tarnbemalung am Werk und an den Hindernissen an
August 1942: das Strassenhindernis wird an neuste Erfahrungen angepasst (auf beiden Seiten je eine Reihe Schienenböcke, dazwischen 4 Reihen Einsteckelemente)
Zwischen 1943 und 1945: Ersatz der 4.7 cm Infanteriekanone 35 durch eine 24 mm Panzer-Bunkerkanone (24mm Tankbüchse auf Festungslafette)
Ausserdem Einbau eines Schartentopfes und der Schartenlafette für Mg 11
1967: Umrüstung des Mg 11 und der 24 mm Pz BK auf zwei 7.5 mm Maschinengewehre 51
Gleichzeitig Anpassung der Schartenlafetten für das neue Mg, neue Definition der Zielräume, neue Erstellung der Panoramen
In diesem Zustand wurden die Bauten der Sperre Mümliswil Süd nach der Demobilmachung der Festungswachtkompanie 4 übergeben und jeweils für die Wiederholungs-/Ergänzungskurse von der Truppe für Ausbildung und Übungen übernommen
1985 wurde das bestehende Strassenhindernis durch eine Panzerbarrikade aus reinen "Knüppel/Doppel-T-Trägern" in zwei Reihen à je 2 versetzten Zeilen ersetzt (Bauarbeiten durch die Firma Ad. Stebler-Gyr, Nunningen)
Ende 1997 wurde die Sperre deklassifiziert
Der Regierungsrat des Kantons Solothurn stellt die Anlage mit Beschluss vom 8. Juni 2004 unter Denkmalschutz